28. August 1997

Leserbrief von Susanne Kaiser zum Raubbau an der Natur. Rheinbraun erhebt wie selbstverständlich den Anspruch, daß der Abbau von Braunkohle und somit der Raubbau an unserer Heimat dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Diese Behauptung wird vom allgemeinen politischen Braunkohleklüngel gern aufgestellt und steht im krassen Gegensatz zum Artikel 14 Abs. 2 des Grundgesetzes. Denn Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch soll dem Wohle der Allgemeinheit und damit dem Erhalt der Lebensgrundlagen dienen. Stattdessen werden jährlich 240 Mio.Tonnen Abraum bewegt, 420 Mio.m³ bestes Grundwasser abgepumpt und ganze Ortschaften skrupellos ‚umgesiedelt‘, damit Rheinbraun mit immer weniger Beschäftigten immer mehr Gewinn machen kann. Denn die neuen Kraftwerke benötigen nur noch ein Viertel der Arbeitsplätze der Alten. Die Kumpel und auch die Rheinbraun-Leserbriefschreiber sollten dieses bedenken, bevor auch sie dem Ergebnissteigerungsprogramm zum Opfer fallen und wegrationalisiert werden. Niederaußem wird auch nicht zur Verminderung des Treibhauseffektes beitragen, da die zu verstromende Menge an Kohle im rheinischen Revier bei konstant 100Mio.Tonnen pro Jahr bleiben soll. Das neue Kraftwerk hat zwar einen höheren Wirkungsgrad, es wird also mehr Strom produzieren, aber es gibt keine absolute Reduzierung des Treibhausgases CO2 .
Wie selbstverständlich läßt Rheinbraun auch die Frage offen, welche der 150MW-Blöcke in Frimmersdorf, Neurath, Weisweiler oder Niederaußem für den geplanten neuen 950MW-Block stillgelegt werden sollen, wenn überhaupt einer stillgelegt wird !!.
Auf einen Nenner gebracht sind Niederaußem und Hambach allgemeinwohlschädlich und durch nichts zu rechtfertigen.

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