25. September 2000

Leserbrief von Udo Hanisch. Braunkohle hat ausgedient. Als Reaktion auf die Liberalisierung des Strommarktes sind im RWE-Konzern die Braunkohle-Kraftwerke und die Tagebaue unter dem Dach der Rheinbraun AG zusammengefasst worden. Hierdurch ist die Rheinbraun AG erstmals in ihrer Geschichte dazu gezwungen, ihr unternehmerisches Handeln den Anforderungen des Marktes anzupassen. Als eine der ersten Konsequenzen hieraus erfolgt im Tagebau Hambach der – angeblich sozialverträgliche – Abbau von 600 Arbeitsplätzen, was in etwa einem Drittel der momentanen Beschäftigtenzahl entspricht. Doch selbst solche radikalen Maßnahmen werden nicht ausreichen, den Energieträger Braunkohle auf ein wirtschaftliches Fundament zu stellen. Bereits heute zeigt sich, dass die in Hambach gewonnene Braunkohle aufgrund ihrer geringen Qualität nicht in dem von der Rheinbraun AG gewünschten Umfang verfeuert werden kann. Auch sind neu errichtete Braunkohlekraftwerke aufgrund ihrer hohen spezifischen Errichtungs­kosten und des geringen Wirkungsgrades von gerade einmal 43% im Vergleich zu Erdgaskraftwerken nicht konkurrenzfähig. Das bisher für die Braunkohle einzig noch verbliebene Argument der Arbeitsplatzsicherung in der Region wird durch den bereits beschlossenen und in Zukunft sich noch verstärkenden Stellenabbau immer schwächer. Die umwelt-, landschafts- und arbeitsplatzzerstörende Braunkohle hat ihre Zukunftsfähigkeit restlos verloren. Einzig die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser und Biomasse sind in der Lage, zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und die Lebensbedingungen der hier lebenden Menschen sowohl unter ökologischen, ökonomischen als auch unter sozialen Gesichtspunkten zu verbessern.

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