24. April 1997

Leserbrief von Peter Inden
Henning … gelesen aber nicht verstanden ?
In der Studie des Kleinwort Benson Research Institut der Dresdner Bank zum ‘neuen deutschen Stromgeschäft’ werden die RWE-Aktien auf Verkaufen gesetzt. Insbesondere der Bau des neuen 950MW-Blocks im Kraftwerk Niederaußem wird als enorme Kapitalvernichtung eingestuft. Die Investitionskosten für das neue 950MW Großkraftwerk in Niederaußem werden auf 2,7 Mrd.DM beziffert, das entspricht ca. 3000 DM/kW installierter Leistung. Dem stehen 700 DM/kW für den Bau eines Gaskraftwerks mit ausgekoppelter Prozeßwärme gegenüber. Kleinwort Benson Research bescheinigt RWE eine falsche strategische Ausrichtung im Energiesektor, sollte weiterhin an der überalterten Braunkohleverstromung festgehalten werden. Entweder Dr. Henning hat das „überlesen“, oder aber er verschließt bewußt die Augen davor, daß die Zeit der Braunkohlendinosaurier zu Ende geht. Erdgas weist, bezogen auf den gleichen Energiegehalt des Brennstoffes eine 50% geringere spezifische CO2 Emission auf als Braunkohle. Zudem ermöglicht der Energieträger Erdgas effizientere und wirtschaftlichere Umwandlungstechniken. Durch den verstärkten Einsatz von Erdgas entfallen die geplanten Produktionssteigerungen im Tagebau Hambach I, der ja bekanntlich der alleinige Kohlelieferant für das geplante Großkraftwerk Niederaußem ist. Niederaußem sollte also als Auslaufmodell einer veralteten Technik betrachtet werden. Stattdessen wäre RWE gut beraten Gaskraftwerke in der Nähe von Ballungszentren zu installieren. Damit werden mehr Arbeitsplätze geschaffen, als durch den Neubau von Niederaußem verloren gehen.

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