20. Mai 1999

Leserbrief von Peter Inden
Krebsen an der Nulllinie
Rheinbraun und RWE sind mächtig unter Druck. Die Energiepreise purzeln und die Anstrengungen, die Kohle billiger zu machen, reichten nicht aus. Der Mehrwert für den Braunkohlebereich „krebst an der Nullinie“. Da hilft nur der spitze Rotstift. Als erstes werden die Kraftwerke im rheinischen Revier zu „Leistungseinheiten“ zusammengefaßt, die Regionalversorgungen wegrationalisiert und das Kraftwerk Goldenberg geschlossen. Um das alles unbeschadet durchsetzen zu können, wird ein neuer 1000MW Block in Neurath für das Jahr 2002 angekündigt.
Doch wer sagt der Belegschaft, das neue Kraftwerke Arbeitsplätze vernichten, da sie einen höheren Automationsgrad haben ?
Wer sagt den Politikern, das die Arbeitsplätze in der Bauphase nur kurzfristig existieren und dort zudem zu Dumpinglöhnen gearbeitet wird ?
Wer sagt den Menschen, das die geplanten „neuen“ Kraftwerke bereits jetzt veraltet sind, da sie weit mehr als die Hälfte der Energie in der Umwelt verpuffen lassen ?
Nun sitzen die Braunköhler und die Kraftwerker auch organisatorisch in einem Boot. Doch wer sagt Ihnen, das der Baubeginn in Neurath wirklich 2002 stattfindet ? Die Chancen stehen eher schlecht, denn Grundlastkraftwerke können auf dem Strom-Spotmarkt nicht wirtschaftlich betrieben werden. Noch wird diese Tatsache ignoriert, aber die nächsten Geschäftsberichte werden eine deutliche Sprache sprechen.

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