15. August 1999

Flugblatt: Braunkohlentagebau Hambach vor Gericht
Ist die A 4-Verlegung überflüssig ?
Ja. Schon heute wird den Menschen der Braunkohlenregion ein enormes Sonderopfer abverlangt: Die tagebaubedingten Staubemissionen führen zu unerträglichen Zuständen; Tausende werden umgesiedelt, die traditionelle Kultur-landschaft verschwindet.
Doch es soll noch schlimmer kommen: Manheim, Morschenich und unser Hambacher Forst sollen auch noch abgebaggert werden. Arnoldsweiler, Merzenich, Manheim, Morschenich und Buir werden dem Gruben- und Verkehrschaos erliegen, wenn die Tagebaugrenze unsere Haustür erreicht, und die Autobahn Köln-Aachen (A4) nach der heutigen Planung auf sechs Spuren erweitert und direkt an Buir vorbeigeführt wird. Die Bahnlinie wird nämlich gleichzeitig für neue Hochgeschwindigkeitszüge, die S-Bahn und den Güterverkehr ausgebaut; die Hambach-Kohlebahn kommt noch dazu. Das nennen die Planer „Bündelung der Verkehrswege“. Besser wäre: „Bündelung des Grauens“!
Der Landschaftsverband plant jedoch auf einer falschen Basis. Denn die Umweltverträglichkeitsstudie zur A 4-Verlegung enthält einen gravierenden Mangel: Die sogen. „Null-Variante“ – also die Variante, wonach die A 4 an der jetzigen Stelle verbleibt und ggf. dort sechsspurig ausgebaut wird – wurde nicht geprüft. Dies wird auch vom Rheinischen Autobahnamt bestätigt, aber trotzdem nicht revidiert. Doch genau dieses rechtliche Defizit kann weitreichende Folgen für den weiteren Ablauf des gesamten Verfahrens haben.
Um Fakten zu schaffen, soll die Verlegung der A 4 jetzt schnell beschlossen und durchgeführt werden. Doch das ohne planerische Notwendigkeit durch den Tagebau, da der die Autobahn frühestens im Jahre 2017 erreichen würde! Berücksichtigt man eine weitere Steigerung des Wirkungsgrads der Kraftwerke, auf den auch Rheinbraun hinweist, passiert das sogar erst 2036!!!




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