14. Juli 1997

Leserbrief von Peter Inden
Rheinbraun … Kostendruck … Hambach !!
– RWE Presseerklärung zur eigenen Konkurrenzfähigkeit vom 02.Juli.’97.
– Besuch des Aachener Bischofs Mussinghoff in Weisweiler vom 10.Juli.’97.
– RWE-Kuhnt’s Äußerungen über eine mögliche West-LB Beteiligung vom 13.Juli.’97.
– Geplanter 950 MW-Block in Niederaußem

Rheinbraun gerät bei ihrer Konzernmutter RWE immer mehr in die Schußlinie, da die Bilanz schlechter ausfällt als erwartet.
Der RWE-Vorstandsvorsitzende Farnung räumte in einer Presseerklärung vom 02.Juli.’97 erstmals Kraftwerksüberkapazitäten von 10.000 MW ein. Das entspricht einem Überschuß von zehn Tagebauen der Hambacher Größenordnung. Trotzdem hält Rheinbraun am weiteren Raubbau des Tagebaus Hambach fest und RWE setzt noch eins drauf, indem in Niederaußem ein neuer Kraftwerksblock von 950 MW beantragt wird.
Die babylonische Sprachverwirrung erreicht ihren derzeitigen Höhepunkt durch die versuchte Richtigstellung der Studie des Kleinwort Benson Research Institut der Dresdner Bank, wonach RWE nicht für die Liberalisierung des EG-Binnenmarktes gerüstet sei. Kleinwort Benson Research bescheinigt RWE eine falsche strategische Ausrichtung im Energiesektor, sollte weiterhin an der überalterten Braunkohleverstromung festgehalten werden. Eine mögliche Kurskorrektur hin zu dezentralen Gaskraftwerken wird jedoch von Rheinbraun nach Kräften verhindert. Stattdessen spricht H.Henning beim Besuch des Aachener Bischofs Mussinghoff in Weisweiler von 30 Milliarden Tonnen wirtschaftlich nutzbarer Braunkohle im rheinischen Revier !.
Dabei ist eins klar: RWE und Rheinbraun sitzen auf demselben Ast. Und Rheinbraun hat nichts besseres zu tun, als diesen Ast mit Hilfe veralteter Rechtsprechung /1/, mit der „fossilen“ zentralen Braunkohleverstromung und mit unwirtschaftlichen Tagebauen wie Hambach, abzusägen.
Der Schluß liegt nahe, daß Rheinbraun schon in einigen Jahren zu einer ähnlichen finanziellen Last wird wie die Breuer Gruppe das heute schon ist.
Noch kann Rheinbraun den schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung selbst gestalten, ist der europäische Strommarkt erst einmal geöffnet, so bestimmt die Konkurrenz die Rahmenbedingungen.
/1/ Anwendung des alten Bundesberggesetz auf die neue Betriebsplangenehmigung von Hambach I von 1996 bis 2020.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.