03. Dezember 1997

Leserbrief von Marianne Kirsch zum Wassereinbruch im Tagebau Hambach I.
Wieviel Glauben kann man den Aussagen von Rheinbraun und Regierungspräsident Antwerpes noch schenken, wenn man betrachtet, was bis jetzt geschah? Ca. 2 Millionen m³ kostbares Grundwasser sind in diesem Monat den Bach herunter gegangen. Wohlgemerkt zusätzlich zu den Mengen, die ohnehin tagtäglich von Rheinbraun abgepumpt werden. Dies entspricht einem Jahresverbrauch an Wasser von 50.000 Personen. Nur „einige tausend Liter pro Tag“ nach Meinung von Rheinbraun. Ich kann da nur jedem den Blick auf die eigene Wasserrechnung empfehlen! Unvorstellbar, welche Verdummungs- und Verschleierungspolitik hier betrieben wird. Das Umweltministerium wurde nicht informiert, sondern erfuhr über die Presse von dem ‘kleinen Malheur’. Erst nach 21 Tagen, nachdem schon 1.000.000 m³ in die Erft gepumpt wurden, stand fest (?): `Das Wasser ist nicht giftig‘. Ist die Erft überhaupt für solche zusätzlichen Wassermassen ausgelegt? Und wie steht es mit den durch die Grundwasserabsenkung entstehenden Bergschäden, die schlimmstenfalls zu Erdbeben führen können? Schließlich fallen hier unterirdische Seen in enormer Größenordnung trocken. Naturkatastrophe? Nach der höchst zuverlässigen Aussage von Rheinbraun ist die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet. Doch allein, daß diese Möglichkeit in Betracht gezogen wird, sollte einem zu denken geben. Kann man da noch von verantwortungsbewußtem Handeln sprechen? Es ist meines Erachtens allerhöchste Zeit, eine unabhängige Prüfungskommission zu fordern, die die zuständigen Behörden zur Rechenschaft zieht und Rheinbraun eine Wasser- und Umweltrechnung präsentiert, die sich gewaschen hat!

Die Glaubwürdigkeit von Rheinbraun und des Regierungspräsidenten Antwerpes wird angezweifelt. Grundwasserabsenkungen, massive Bergschäden und Erdbeben können nicht ausgeschlossen werden. Marianne Kirsch fordert eine unabhängige Prüfungskommission, um die zuständigen Behörden und Rheinbraun zur Rechenschaft zu ziehen.

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